Einmal Gründer*in – immer Gründer*in: Interview mit Sebastian Gouy

30.11.2021 Meldungen

„Gründen ist eine Lebenseinstellung! Wer ein eigenes Unternehmen gründet, kann nur gewinnen“, sagt Sebastian Gouy, WECONOMY-Gewinner 2019.

Im vierten Interview unserer WECONOMY-Jubiläumsreihe „Innovation braucht mutige Gründer*innen“ wurde Sebastian zum Thema „Scheitern als Chance“  konkret: Der Unternehmer ist überzeugt, dass es unabhängig von den Entwicklungen des eigenen Unternehmens, ob erfolgreich oder nicht, immer vorwärts geht. „Als Gründer*in kann man nur gewinnen, da man sich in jedem Fall persönlich weiterentwickelt, Neues erlernt und gestärkt aus herausfordernden Situationen hervorgeht. Das Scheitern einer Unternehmensgründung bedeutet daher nicht das Ende. Als Gründer*in wächst man an seinen Aufgaben und an den Herausforderungen des Gründer*innen-Alltags, auch wenn sich eine Idee vielleicht nicht wie geplant durchsetzt“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Als Gründer und ehemaliger Geschäftsführer des Start-ups UrmO berichtet er in unserem Interview von seinem Umgang mit einer gescheiterten Unternehmensgründung und wie man aus einer solchen Situation gestärkt hervorgeht. Er selbst war im Sommer 2020 mit seinem Start-up UrmO zur Geschäftsaufgabe gezwungen.

UrmO zunächst auf Erfolgskurs – Gründer überzeugen Investoren

Im Jahr 2019 konnte das Start-up UrmO die WECONOMY-Jury mit seiner innovativen Idee eines elektrisch angetriebenen Hybrids aus Hoverboard und E-Scooter überzeugen. Ziel dieses visionären Kleinfahrzeugs war das flexible Zurücklegen kurzer Strecken im Stadtverkehr. So ergab sich auch der Name des Start-ups „UrmO“, der für „urban mobility“ steht. Doch um das Produkt auch im Alltag einsetzbar zu machen, sorgten die drei Gründer von UrmO dafür, dass das elektrische Fahrzeug lediglich 7 Kilogramm wog und eine Strecke von ca. 20 Kilometern zurücklegen konnte. Mit dieser Idee überzeugten die drei Gründer von UrmO nicht nur die WECONOMY-Jury, sondern in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt drei Investoren. Der Realisierung des Produktes stand im Grunde nichts mehr im Weg. Die Verträge mit den Investoren lagen bereits zur Unterzeichnung vor und der erste voll funktionsfähige Prototyp war ausgereift, um in die Serienproduktion zu gehen.

Geschäftsaufgabe 2020

Doch im Frühjahr 2020 begann die Corona-Pandemie in Deutschland und brachte für viele Unternehmen große Unsicherheiten mit sich. Von der Unsicherheit der Entwicklung war auch einer der Investoren des Start-ups betroffen. Kurz vor Vertragsunterzeichnung zog er seine finanzielle Unterstützung zurück. Damit hatte das Start-up einen wichtigen Geldgeber verloren.
Die Gründer suchten nach alternativen Finanzierungswegen und Möglichkeiten, ihre Idee des elektrischen Kleinfahrzeugs umzusetzen. Doch mit Fortschreiten der Corona-Pandemie und den Entwicklungen der nächsten Wochen musste im Sommer 2020 schlussendlich die Reißleine gezogen werden: Das Start-up war zur Geschäftsaufgabe gezwungen und meldete im August 2020 Insolvenz an.

Erneut in Start-up aktiv

Sebastian Gouy hat nach dem Scheitern von UrmO weiter gemacht: Er hat der Start-up-Szene nicht den Rücken zugekehrt, im Gegenteil! Er ist heute erneut Teil eines Start-ups. Denn eines ist für Sebastian klar: Seinem Ziel, die Welt ein bisschen zu verändern, kann er am besten als Teil der innovativen Start-up Szene näherkommen.
Im Interview gab er künftigen Gründer*innen folgenden Rat: „Lasst euch nicht von Tiefpunkten aus der Bahn werfen, sondern macht weiter. Jeder Tag bringt etwas Neues und man muss als Gründer*in immer wieder aufstehen und weitermachen!“ Damit versucht Sebastian, vor allem jungen Gründerinnen und Gründern Mut zu machen und sich nicht von der Angst zu scheitern davon abbringen zu lassen: „Es braucht Mut und Durchhaltevermögen, aber vor allem Begeisterung für die eigene Idee und die persönlichen Ziele.“

Fragen der Zuschauer

Das Interview sowie die anschließende Q&A-Session mit Sebastian ergänzt damit unsere Serie „Innovation braucht mutige Gründer*innen“, deren Ziel es ist, jungen Gründerinnen und Gründern Einblick in inspirierende Gründungsgeschichten ehemaliger WECONOMY-Gewinner*innen zu geben und ihnen Mut zu machen, den Schritt in die eigene Unternehmensgründung zu wagen.

Vielen Dank an Sebastian, der jungen Gründerinnen und Gründern in unserem Interview seine Geschichte vorstellt und ihnen die Angst vor dem Scheitern nimmt.
Das Gespräch sowie die inhaltlich anknüpfende Q&A-Runde, bei der Sebastian Gouy auf die Fragen der virtuellen Zuschauer einging, führte Anja Heinzelmann, Leiterin des Bereichs Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Wissensfabrik.

Falls ihr das Interview verpasst habt, könnt ihr es hier anschauen. Die Themen und Interviewpartner*innen der ersten drei Folgen unserer Jubiläumsreihe findet ihr auf unserer Eventseite.