Vom Windrad bis zur Stadtratssitzung: City4Future macht Zukunftsfragen erlebbar

11.08.2026

Wie viel Strom erzeugt ein Windrad? Was kostet es? Welcher Standort ist geeignet – und was sagen eigentlich die Menschen dazu, die von einer Windkraftanlage betroffen sind? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schüler*innen einer 7. Klasse der Hans-Schüller-Mittelschule Hallstadt am 16. Juli 2026. Gemeinsam mit Studierenden der Universität Bamberg und dem Ausbildungsleiter des Wissensfabrik-Mitgliedsunternehmens Brose setzten sie ein Modul des Bildungsprojekts City4Future um.

Erst bauen und messen, dann rechnen und bewerten

Im Mittelpunkt des Seminartags stand das Thema Windkraft, ein Modul aus dem Projekt City4Future – Entwickle deine klimafreundliche Stadt der Zukunft! . Dabei näherten sich die Schüler*innen der Frage aus unterschiedlichen Richtungen.

Zunächst wurde selbst gebaut und experimentiert: Die Jugendlichen konstruierten Windräder und Anemometer, mit denen sich die Windstärke messen lässt. Anschließend ging es auf den Schulhof. Dort führten sie an verschiedenen Stellen Messungen durch und untersuchten, welche Standorte sich besser oder weniger gut für ein Windrad eignen.

Doch die Standortfrage hängt nicht allein vom Wind ab. Die Schüler*innen berechneten auch, wie viel Strom ein Windrad erzeugen kann, welche Kosten entstehen und wann sich eine Windkraftanlage lohnt.

So verband der Projekttag praktisches Experimentieren mit naturwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen.

Perspektivwechsel: Was spricht für und gegen Windkraft?

City4Future geht noch einen Schritt weiter. Denn die Gestaltung einer klimafreundlichen Stadt ist nicht nur eine technische Aufgabe. Unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Argumente müssen berücksichtigt werden.

Deshalb nahmen die Schüler*innen verschiedene Perspektiven ein. In Gruppen beschäftigten sie sich unter anderem mit den Positionen von Befürworterinnen, Klimaschützerinnen und Gegnerinnen von Windkraftanlagen. Sie arbeiteten Argumente für ihre jeweilige Rolle heraus und bereiteten sich darauf vor, ihre Position gegenüber den anderen Gruppen zu vertreten.

Zum Abschluss kamen die unterschiedlichen Perspektiven in einer gemeinsamen Stadtratssitzung zusammen. Dort präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse, brachten ihre Argumente ein und erlebten, dass bei komplexen Zukunftsfragen unterschiedliche Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen.

Genau das zeichnet City4Future aus: Schüler*innen erwerben nicht nur MINT-Wissen. Sie lernen, Informationen zu bewerten, verschiedene Perspektiven einzunehmen, Argumente zu entwickeln und auf dieser Grundlage Zukunft mitzugestalten.

Schule, Wissenschaft und Wirtschaft gestalten gemeinsam

Auch die Zusammenarbeit hinter dem Seminartag steht für den Ansatz der Wissensfabrik: Die Universität Bamberg ist wissenschaftliche Partnerin der Wissensfabrik für City4Future. Die Studierenden konnten die Inhalte im Rahmen ihres Studienseminars gemeinsam mit den Schüler*innen praktisch umsetzen und dabei Erfahrungen für ihre spätere Unterrichtspraxis sammeln.

Gleichzeitig verbindet die Hans-Schüller-Mittelschule Hallstadt eine Bildungspartnerschaft mit dem Wissensfabrik-Mitgliedsunternehmen Brose. Das Unternehmen finanziert der Schule das Bildungsprojekt und unterstützt bei dessen Umsetzung. Beim Seminartag wurde diese Partnerschaft ganz konkret erlebbar: Der Ausbildungsleiter von Brose war selbst vor Ort und arbeitete gemeinsam mit den Jugendlichen.

Bildungspartnerschaften bringen MINT in die Praxis

Genau dafür stehen die Bildungspartnerschaften der Wissensfabrik: Unternehmen kooperieren langfristig mit Schulen oder Kitas, um Kinder und Jugendliche früh für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Sie ermöglichen die Bildungsprojekte finanziell und können sich zugleich mit Mitarbeitenden, Auszubildenden und ihrem Praxiswissen einbringen.

Der Seminartag in Hallstadt zeigt, was daraus entstehen kann: Wissenschaft bringt didaktische Expertise ein, Wirtschaft ermöglicht praxisnahe MINT-Bildung und Schule schafft den Raum, in dem junge Menschen selbst forschen, diskutieren und gestalten können.

So wird aus der Frage „Wie funktioniert ein Windrad?“ eine viel größere: Wie wollen wir unsere Stadt der Zukunft gestalten?

 

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