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Intensiver Austausch auf Augenhöhe

Die Premiere ist geglückt: Anfang September 2014 fanden am Entwicklungsstandort der Bosch-Gruppe in Abstatt die ersten WECONOMY-Tage statt. Sie standen unter dem Motto „Erfolgreicher Markteintritt“ und brachten sechs Start-ups – allesamt WECONOMY-Gewinner – mit Fach- und Führungskräften etablierter Unternehmen in einen intensiven Austausch.

„Wir reden hier auf Augenhöhe miteinander“, gab Gastgeber Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bereichsvorstands Chassis Systems Control von Bosch, den Teilnehmern in seinem Grußwort mit auf den Weg. Er formulierte damit einen wesentlichen Anspruch des neuen Veranstaltungsformats, bei dem die Wissensfabrik erstmals mit dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München, UnternehmerTUM, zusammenarbeitet.

In Zeiten, in denen Innovation ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sei, könne auch ein international aufgestelltes Unternehmen wie Bosch nicht allein auf die Entwicklungskompetenz im eigenen Haus setzen, so Steiger. „Für uns ist es daher wichtig, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die kreative Ideen haben und die Besessenheit, sie umzusetzen.“ Zugleich könnten die Start-ups von den etablierten Unternehmen und ihrer Erfahrung profitieren: „Denn um brillante Ideen umzusetzen, braucht man in der Regel Partner."

Während der beiden WECONOMY-Tage in dem großzügigen, hellen Tagungsraum mit Ausblick auf das Heilbronner Land gab es genügend Gelegenheit, daran anzuknüpfen. Zumal sich schon in der Vorstellungsrunde via 90-Sekunden-Pitch zeigte: Die meisten der technologieorientierten Start-ups arbeiten im B-2-B-Bereich, ihre Kunden sind also häufig die gestandenen Player am Markt. Wie eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung zwischen Start-up und etablierten Unternehmen aussehen kann, illustrierten dann Saeid Fasihi, Gründer der Fa. Fasihi GmbH und Dr. Klaus Heinzelbecker, ehemals BASF. Er hatte Anfang der Neunzigerjahre bei der BASF zunächst mit Fasihi als freiem Programmierer zusammengearbeitet, später gründete dieser eine eigene Software-Firma und zählt heute zahlreiche BASF Geschäftsbereiche sowie weitere Unternehmen zu seinen Kunden.

Der zweite WECONOMY-Tag stand im Zeichen der einzelnen Gründungsvorhaben. Im Vorfeld hatten die jungen Unternehmer bereits mithilfe des Canvas-Modells ihr Geschäftsmodell analysiert und dabei zentrale Fragen wie die nach dem Kundensegment und dem konkreten Nutzenversprechen für ihre Kunden in den Blick genommen. Die Ergebnisse dieser Arbeit brachten sie auf Schaubildern mit, als Ausgangs- und Orientierungspunkt für die Diskussion überwiegend in Kleingruppen. 90 Minuten standen dafür pro Start-up zur Verfügung, 90 Minuten, in denen ihr Geschäftsansatz auf Herz und Nieren geprüft wurde. Vor allem aber hatten die Gründer in diesen konzentrierten Feedback-Runden die Gelegenheit, direkt von den Erfahrungen und dem Know-how der Fachleute aus den Bereichen Technologie-, Innovationsentwicklung, Marketing, Finanzen und Personalwirtschaft zu profitieren.

„Die Bereitschaft, sich über anderthalb Stunden und ganz in unsere Situation zu versetzen und uns konstruktiv Rückmeldung zu geben, hat mir wirklich imponiert“, sagte Matthias Pastunink von Graphmasters, einem Start-up aus Rahden, das ein Produkt entwickelt hat, das Daten für Navigationssysteme so aufbereitet, dass Staus vermieden werden. Er und andere Gründer schätzten zudem die Chance, sich im Rahmen der Veranstaltung einmal ganz auf die Schärfung ihres Geschäftsmodells zu konzentrieren – eine Auseinandersetzung, die im Alltagsbetrieb in der Regel zu kurz kommt.

Auch die Vertreter etablierter Unternehmen nahmen neue Erkenntnisse und frische Ideen aus der Veranstaltung mit. „Über solche Fragen wie die nach dem Kundensegment und dem Kundennutzen, die hier intensiv diskutiert wurden, machen wir uns als großes Unternehmen viel zu wenig Gedanken“, so ein Senior Management-Vertreter. Dabei würde der dynamische Markt genau diese kritische Reflexion zunehmend erfordern.

Andrea Rotzler, Leiterin Unternehmertum der Wissensfabrik, ist mit dem Pilot-WECONOMY-Tagen ebenfalls zufrieden: „Die Veranstaltung ist super gelaufen. Die Start-ups konnten viel für sich und ihr Geschäft mitnehmen, und die Vertreter der etablierten Unternehmen haben sich von der Begeisterung und dem Unternehmergeist der Start-ups anstecken lassen.“

Für Gunda Opitz, Head of Entrepreneurial Network von UnternehmerTUM, sieht den Vorteil des Veranstaltungsformats für die technologieorientierten Gründer auf der Hand: „Immer wieder zeigt sich, wie groß die Hürden für die Start-ups sind, mit ihren Ideen einen Fuß in die Tür der großen Unternehmen zu bekommen.“ Deswegen sei ein Austausch und der Blick über den Tellerrand von beiden Seiten entscheidend: „Die positiven Rückmeldungen von Gründern wie den Vertretern etablierter Unternehmen zeigen mir, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“

Die WECONOMY-Tage bilden den Kern einer Weiterentwicklung des Gründerwettbewerbs der Wissensfabrik zu einer Gründerinitiative. Im kommenden WECONOMY-Jahrgang soll das Programm ausgebaut werden. So sollen dann für die Gewinner insgesamt drei Veranstaltungen zu unterschiedlichen, auch von den Teilnehmern ausgewählten Themen geboten werden. Außerdem ist eine vor- und nachbereitende Begleitung der Start-ups durch einen Coach vorgesehen.

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