"Wir kümmern uns um gute MINT-Bildung in ganz Deutschland" - Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland e.V.

Gemeinsam für digitales Lernen

Kernforderung des Nationalen MINT-Forums

Tragfähige Modelle für das Lernen mit digitalen Medien entwickeln und umsetzen

Schulen mit moderner Technik auszustatten, ist längst überfällig – diese Botschaft ist in der Politik mittlerweile angekommen.

Doch wichtig ist es auch, die Mädchen und Jungen zu befähigen, mit dieser Technik kompetent und selbstbewusst umzugehen. Und das lernen Jugendliche vor allem dann, wenn sie verstehen, wie die Technik funktioniert und was “hinter dem Bildschirm” passiert. Für einen bewussten Umgang mit den eigenen Daten ist ein Verständnis der Datenverbreitung im Internet zentral. Die Lehrkräfte haben dabei eine tragende Rolle, weil sie diesen Wandel begleiten.

Dabei müssen wir sie als Gesellschaft unterstützen.

Viele Lehrkräfte haben nur geringe informatische Kenntnisse. Deshalb muss der didaktische Umgang mit der Informationstechnologie in der Lehreraus- und -weiterbildung eine viel größere Rolle spielen. Lehrerinnen und Lehrer sollten befähigt werden, Kinder und Jugendliche digital zu bilden. An vielen Schulen fehlen ganzheitliche Konzepte, um die so nötige Medienkompetenz zu vermitteln.

Bildungseinrichtungen fühlen sich oftmals allein gelassen. Hier ist die Politik gefragt!
Die Länder müssen digitale Lernkonzepte entwickeln. Nicht zuletzt die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie haben gezeigt, dass wir in Deutschland Handlungsbedarf haben, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Mit dem Wissensfabrik-Projekt “IT2School – Gemeinsam IT entdecken” lernen Kinder und Jugendliche handlungsorientiert die Grundlagen der Informationstechnologie kennen und erfahren, wie sie diese kompetent nutzen können. “IT nicht nur kennen, sondern auch können”, ist der zentrale Gedanke des Projektes. Fachfremden Pädagog*innen bietet es einen leichten Einstieg in den anwendungsorientierten Unterricht.

Das Nationale MINT Forum (NMF) hat im Juni 2020 fünf Kernforderungen veröffentlicht: „Schule und mehr – gemeinsam die Zukunft der MINT-Bildung gestalten“: Der Wandel gelingt nur, wenn neue Lehr- und Lernmethoden, die Kooperation mit neuen Bildungspartnern und die Integration neuen Lehrpersonals vorangetrieben werden. Die Politik muss die Rahmenbedingungen gestalten und ihren Beitrag leisten. Die erste Kernforderung lautet:

Das so genannte Homeschooling als notwendige Reaktion auf die aktuelle Corona-Pandemie zeigt deutlich, dass bundesweit die Nutzung digitaler Medien im Unterricht noch wenig eingeübt ist. Der “Digitalpakt Schule”, den der Bund in enger Abstimmung mit den Ländern 2019 vorgelegt hat, zeigt wenig Wirkung. Die Fokussierung auf die Förderung von technischer Ausstattung, nicht aber von Lernmanagementsystemen und zu wenig auf den Kompetenzaufbau der Lehrkräfte scheint nicht den für einen Wandel erforderlichen Schub zu geben. Unter der Situation leiden vor allem die naturwissenschaftlich-technischen Fächer. Indessen ist allen Verantwortlichen im Bildungswesen klar, dass das Lehren und Lernen mit digitalen Medien auch nach der Krise nicht wieder an Bedeutung verlieren wird – ganz im Gegenteil. Allerdings benötigen Fach- und Lehrkräfte Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung neuer digitaler Lehr-/Lernformate, gerade für die MINT-Fächer.

Wir fordern von den Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen umfassende Konzepte, die über die Umsetzung des Digitalpakts Schule deutlich hinausgehen. Dazu gehören neben der technischen Ausstattung die Einführung pädagogisch fundierter Lernplattformen und Lernmanagementsysteme sowie die entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte. Dabei sollten die Erfahrungen mit dem “Homeschooling” berücksichtigt und echte Blended-Learning-Konzepte implementiert werden, zum Beispiel Flipped Classroom.

Frau Knobel, warum engagiert sich die Wissensfabrik im Nationalen MINT Forum?
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Warum unterstützen Sie insbesondere die Kernforderung “Tragfähige Modelle für das Lernen mit digitalen Medien entwicklen und umsetzen”?

Die Wissensfabrik ermöglicht “IT2School – gemeinsam IT entdecken” an Schulen in ganz Deutschland. Was zeichnet das Projekt aus?

Tragfähige Modelle für das Lernen mit digitalen Medien entwickeln und umsetzen: “IT2School – gemeinsam IT entdecken”

Zwei Jungen experimentieren mit Bananen

Im Stromkreis gibt es “An” und “Aus” – damit kann man nicht nur ein Zimmer erleuchten, sondern auch Nachrichten verschicken. Denn so kommunizieren Computer – mit “An” und “Aus”, konkret: Einsen und Nullen. Das Beispiel zeigt, dass digitale Bildung auch mit analogen Mitteln funktioniert. Die 17 Module von IT2School, entwickelt unter der Leitung von Prof. Dr. Ira Diethelm, können flexibel nach den Wünschen und Interessen der Lehrkräfte und Schüler*innen eingesetzt werden. (Foto: Wissensfabrik/Boehringer Ingelheim)

In der Schule sollen unsere Kinder auf das Leben vorbereitet werden. Und die Digitalisierung ist ein großer Teil dieses Lebens geworden. Die Vermittlung von IT-Kompetenzen ist also für uns alle von Bedeutung. Deshalb ist es Aufgabe der Schulen, Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, die digitale Welt zu verstehen.

Es geht nicht darum, in der Schule Programmierer auszubilden. Es geht vielmehr um neue Anforderungen an die Allgemeinbildung. Wir alle haben ausreichend Ahnung von Mathematik, Literatur und Geschichte und kommen damit gut durchs Leben. Eine solche Grundbildung brauchen unsere Kinder auch zu digitalen Themen.

Das Projekt IT2School führt Schüler aus Grund- und weiterführenden Schulen an Informationstechnologie aus ihrem Alltag heran und behandelt dabei grundlegende Themen wie Kommunikation, Daten, Programmiersprache und das Zusammenspiel von Hard- und Software. Beim Erforschen, Erfragen, Entwickeln und Lösen können die Kinder und Jugendliche im Unterricht IT spielerisch erleben, um Prozesse zu verstehen und selbst kreativ zu gestalten.

Stimmen aus der Praxis

Silvia Casado Schneider unterrichtet an der Realschule plus Mainz-Lerchenberg MINT-Fächer, ist seit 2011 als Beraterin für Unterrichtsentwicklung Naturwissenschaften im Pädagogischen Beratungssystem von Rheinland-Pfalz aktiv und leitet seit 2017 Medienbildung Mainz. Sie ist u.a. Multiplikatorin für IT2School.

Olaf Zelesnik, Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Gymnasium der CJD Christophorusschule in Braunschweig erlebt im Unterricht täglich “Digital Natives”, die jedoch gar nicht so sehr in der digitalen Welt zu Hause sind, wie sie selbst glauben. Sein Tipp an die Schüler*innen: nicht meckern, sondern machen. Hier zu Teil eins der Wissensfabrik-Gesprächsreihe “Innovation braucht Verstehen”.

Digitale Bildung an allen weiterführenden Schulen

In Rheinland-Pfalz arbeitet das Bildungsministerium gemeinsam mit der Wissensfabrik und Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft an der flächendeckenden Umsetzung von IT2School. 2019 haben Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und Michael Heinz, Vorstandsmitglied von BASF und Lenkungskreisvorsitzender der Wissensfabrik, den Startschuss für den MINT-Hub@Rheinland-Pfalz gegeben. Seither sind zahlreiche Partner hinzugekommen, so dass durch das gemeinsame Engagement aktuell rund 100 Schulen IT2School einsetzen können. Bis Sommer 2021 werden rund 100 weitere Schulen integriert. Dazu wurden in der Covid-19-Pandemie die Fortbildungen für Lehrkräfte als Online-Angebote weitergeführt. Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz und die kommunalen Medienzentren übernehmen die Fortbildung der Lehrkräfte. Unternehmen, Stiftungen und andere Organisationen finanzieren die Lehr- und Lernmaterialien. Mit dabei sind BASF, Boehringer Ingelheim, KSB-Stiftung, Lotto-Stiftung, Innogy, IHK und HWK Rheinhessen, IHK und HWK Pfalz, IKK Südwest sowie die Zukunftsregion Westpfalz und die von der Körber-Stiftung geförderten MINT-Regionen.

Die Körber-Stiftung ist ebenfalls Mitglied im Nationalen MINT Forum und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung einer weiteren Kernforderung: Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen verstärken, um regionale Strukturen für die MINT-Bildung optimal zu fördern!

Mittendrin im Internet

Dr. Stefanie Hubig und Michael Heinz haben gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern den Internetversteher aus IT2School aufgebaut.

„Wir machen Rheinland-Pfalz zu einem starken MINT-Land. Dazu gehört auch, dass Kinder und Jugendliche entlang der gesamten Bildungskette digitale Kompetenzen erwerben. Das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge soll zum Standard an jeder Bildungseinrichtung in unserem Land werden. Dazu arbeiten wir mit vielen starken Partner*innen zusammen. Die Kooperation mit der Wissensfabrik ist ein Paradebeispiel dafür, dass unser Motto stimmt: MINT läuft!
Um das zu ermöglichen, werden bis 2023 alle rund 41.000 Lehrkräfte mit Blended-Learning-Formaten fortgebildet – denn digitale Bildung gelingt nur mit digital gebildeten Lehrerinnen und Lehrern. Bereits im Jahr 2021 startet außerdem der „Schulcampus RLP“ als cloudbasierte Lernumgebung. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die hervorragende und partnerschaftliche Zusammenarbeit und ihr Engagement für die MINT-Bildung.“

Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz ist lächelnd im Portrait abgebildet

Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung in Rheinland-Pfalz

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