„Schule sollte ein Ort zum Lernen ohne Grenzen sein“ - Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland e.V.

„Schule sollte ein Ort zum Lernen ohne Grenzen sein“

Die Wissensfabrik sieht sich als „Ausbildungsbetrieb“ für Studierende und Schüler*innen. Deshalb arbeiten in der Geschäftsstelle neben Werkstudent*innen regelmäßig auch Praktikant*innen in den Teams mit, egal, ob für ein Pflicht- oder ein freiwilliges Praktikum. „Wir finden es wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, in die Praxis zu schnuppern – und zwar nicht zuschauend, sondern anpackend und eigenverantwortlich“, sagt Lilian Knobel, Vorstandsvorsitzende der Wissensfabrik, „das ist Teil der gesellschaftlichen Verantwortung, die wir alle in der Berufswelt übernehmen sollten.“

Angehende Lehrkräfte arbeiten mit

Ein besonderes Beispiel sind die Lehramtspraktikant*innen aus Baden-Württemberg: angehende Lehrer*innen, die das Schulfach Wirtschaft studieren und in der Geschäftsstelle Praxiserfahrung in der Wirtschaft sammeln. Zugleich können sie ihre Perspektive als künftige Lehrkräfte einbringen. Damit tragen sie aktiv zur Qualitätssicherung der Bildungsprojekte bei, die die Brücke zwischen Schule und Wirtschaft schlagen und Schüler*innen unter anderem auch Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen.

Zielgruppen besser verstehen

Deshalb geben die festen Mitarbeiter*innen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gerne weiter und freuen sich über den „frischen Wind“ aus Schulen und Hochschulen, den Schüler*innen und Studierende – neben Lehramtsstudierenden vor allem Studierende der Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften – mit ins Team bringen. „Wir glauben, dass sie uns helfen, unsere Zielgruppen besser zu verstehen – weil sie gewissermaßen selbst am Puls der Zeit sind“, erläutert Lilian Knobel. Zielgruppen der Wissensfabrik-Projekte sind neben Kindern und Jugendlichen Studierende und Gründer*innen.

Schülerpraktikantin analysiert Lernen in der Schule

Mara Wegmann ist 14 Jahre alt und besucht ein Gymnasium in Rheinland-Pfalz. Sie war als Schülerpraktikantin Teil des Teams Bildung. Neben der konkreten Entwicklungsarbeit vor allem an dem neuen Projekt „City4Future“ hat sie analysiert, wie gutes Lernen in der Schule funktionieren kann – und deshalb allen Spaß macht. Ihre Erkenntnis: Wenn Lehrkräfte ansprechbar und flexibel sind, ihren Unterricht kreativ und individuell gestalten und die Schüler*innen als mündige Gegenüber wahrnehmen, dann ist Schule ein Lernort ohne Grenzen:

Auf das „Wie“ kommt es an

„Für mich gibt es keine guten und schlechten Fächer. Für mich ist nur entscheidend, was genau die Lehrer*innen behandeln und wie sie uns den Stoff übermitteln – ob ihr einziges Hilfsmittel das Schulbuch ist oder ob sie stattdessen mit Arbeitsblättern, Präsentationen oder vielleicht sogar Projekten arbeiten.

Um es an einem konkreten Beispiel festzumachen: In Mathe mussten wir die sogenannte ABC-Formel auswendig lernen. Anfangs konnte nur ein kleiner Teil der Klasse diese Formel auswendig. Daraufhin hat uns unser Mathelehrer ein Erklärvideo gezeigt, in dem die ABC-Formel in einem Lied zusammengefasst wurde. Nach dem Video konnten direkt deutlich mehr Schüler*innen die Formel auswendig. Und nach dem zweiten Anhören konnten sie wirklich alle Schüler*innen aus der Klasse aufsagen. Selbst die, die eher nicht so gut zuhören oder länger brauchen, um den Stoff zu verstehen, konnten auf einmal dem Unterricht folgen. Das liegt nicht daran, dass die Schüler*innen auf einmal Mathe interessant fanden, sondern es liegt daran, dass sich der Lehrer Gedanken gemacht hat, wie er möglichst allen Schülern den Lernstoff übermitteln konnte.

Das finde ich, zeichnet einen guten Lehrer aus – seine Flexibilität.

Kreativität und Individualität bereichern Unterricht

Oder unser Deutschlehrer: Er lässt uns auch mal eine ganze Stunde lang über ein Thema diskutieren, selbst, wenn das so nicht im Lehrplan steht. Er lässt uns viel Freiraum, das finde ich echt gut. Wenn ein*e Lehrer*in zu fest am Lehrplan hängt und nur das unterrichtet, was dort drinsteht, dann ist der Unterricht zwar strukturiert, bietet aber keinen Raum für Kreativität und Individualität. Lehrer*innen sollten sich öffnen. Und sie sollten für Fragen oder Probleme immer da sein, ohne immer im Hinterkopf zu haben: „Oh nein, schaffe ich denn jetzt noch überhaupt den Stoff, den ich für heute vorgesehen hatte?“

Selbstständigkeit gefordert

Die Schule wird meiner Meinung nach viel zu diszipliniert betrachtet. Natürlich sollte man den Unterricht und die Lehrer*innen immer ernst nehmen. Doch ich denke, uns wird dadurch viel zu viel Freiheit weggenommen. Wie sollen wir denn später mal selbstständig werden, wenn uns Schülern alles so genau vorgesagt wird? Wo bleibt denn der Spaß, wenn uns alles so im Detail erklärt wird, dass es am Ende nur ein Richtig und ein Falsch gibt?

Ich bin der Meinung: Schule sollte ein Ort zum Lernen ohne Grenzen, aber dafür ein Ort mit Abwechslung sein.“

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Mara Wegmann