"Genau die Lösung, die wir brauchen" - Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland e.V.

“Genau die Lösung, die wir brauchen”

Stephan Dabels ist ehemaliger WECONOMY-Gewinner mit der AmbiGate GmbH, Geschäftsführer des Neckar Hub GmbH, Start-up Coach u.a. für die UN und Google und hat als Mentor gemeinsam mit der Wissensfabrik das erste digitale Speedmentoring ausgerichtet. Wir haben ihn gefragt, wie er über digitale Unterstützungsangebote für Start-ups in Zeiten von Corona denkt und was ihn – trotz aller Umstände – aktuell besonders freut.

Stephan, wie war das erste digitale Speedmentoring für dich?

Es war ein echtes Erlebnis, dabei zu sein – viel besser als erwartet! Als ehemaliger WECONOMY-Gewinner und Gastgeber des Speedmentorings im Neckar Hub in Tübingen kenne ich die „analoge“ Version des Formats sehr gut. Ich hätte nie gedacht, dass ein digitales Mentoring so gut funktioniert. Die Einteilung in virtuelle Räume, die Gesprächsrunden – da hat alles gepasst.

Was hat dich besonders beeindruckt?

Die Magie, die wir sonst vor Ort haben, hat sich auch digital entfaltet. Alle waren super motiviert und sind energiegeladen in die Mentoring-Sessions gegangen – genau wie sonst auch. Wir haben ein passendes Format für die aktuelle Situation geschaffen. Es war genau das richtige Angebot.

Sollte man also mehr auf digitale Formate setzen?

Online-Events bieten auf jeden Fall eine tolle Chance. In der aktuellen Situation ist so etwas wie das digitale Speedmentoring genau die Lösung, die wir brauchen. Zu sagen „Wir ziehen das durch“ ist die richtige Botschaft. Auch der ortsunabhängige Austausch ist ein großer Vorteil. Allerdings fehlt mir die persönliche Interaktion. Mal eben zu jemandem hingehen, mit dem man noch gar nicht gesprochen hat, ist digital schwerer möglich. Eine Mischung aus analogen und digitalen Events ist meiner Meinung nach der richtige Weg.

Welche Fragen bewegen die Start-ups zurzeit am meisten? Wie ist die Stimmung?

Die Stimmung ist natürlich gemischt. Es stellen sich viele Fragen wie „Was wird aus der geplanten Finanzierungsrunde?“, „Wie finde ich zurzeit überhaupt Investoren?“ oder „Wie gehe ich mit Umsatzeinbußen um?“ – da ist die Verunsicherung natürlich groß. Umso schöner, dass gerade unzählige Möglichkeiten des Zusammenhalts geschaffen werden; die Leute ziehen alle an einem Strang.

Siehst du auch eine Chance in der aktuellen Situation?

Es passieren gerade so unglaublich coole Sachen! Wann wäre sonst in so kurzer Zeit ein Hackathon vom Bundeskanzleramt wie WirvsVirus mit mehr als 40.000 Menschen, um Lösungen gegen Corona zu finden, möglich gewesen? Die Menschen halten einfach zusammen und ich hoffe, dass diese Mentalität noch lange erhalten bleibt.

Was wünschst du dir für die Zeit nach der Krise?

Die Start-up Szene hat schon immer eng zusammengehalten. Man unterstützt sich gegenseitig. Corona hat das nochmal um ein Vielfaches verstärkt! Alle sagen: „Zusammen kriegen wir das hin!“. Außerdem geht keiner komplett negativ mit der Situation um, alle wollen gestärkt aus der Krise rausgehen. Der Spirit ist einfach toll. Das wünsche ich mir auch nach Corona, dass sich die Menschen, ohne zu zögern, gegenseitig helfen.

Danke für das Gespräch, Stephan.

Anmerkung: Stephan Dabels arbeitet mit rund 20 Personen am Aufbau eines Unternehmens, das mit der Lösung eines konkreten “Corona-Problems” Umsatz generiert. Ein Countdown läuft mit, denn die Beteiligten haben sich für dieses Experiment nur 14 Tage Zeit gegeben. Der Startschuss fällt am Montag, 27. April. Freiwillige sind herzlich willkommen. Weitere Infos: www.14Tage-Startup.de

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