Nach 10 Jahren: Relaunch des Projekts IT2School – Gestaltet die digitale Welt!

01.10.2026

Wie vermitteln wir heute die Kompetenzen, die morgen zählen? Diese Frage stand im Mittelpunkt von „IT2School weitergedacht“ am 29. September 2026 bei der ING in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Schule, Wissenschaft und Wirtschaft feierte die Wissensfabrik zehn Jahre IT2School – Gestaltet die digitale Zukunft! – und stellte zugleich die umfassende Weiterentwicklung des MINT-Bildungsprojekts vor.

Seit 2016 unterstützt IT2School Schüler*innen dabei, hinter die Kulissen der digitalen Welt zu blicken. Kinder und Jugendliche sollen digitale Technologien nicht nur anwenden, sondern verstehen, kritisch hinterfragen und selbstbestimmt mitgestalten können. Mehr als 1.200 Schulen bundesweit nutzen das Projekt bereits. Zudem ist IT2School über die MINT-Hubs in Kooperationen mit fünf Bildungsministerien eingebunden.

Zum zehnjährigen Bestehen wurde IT2School gemeinsam mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg umfassend weiterentwickelt. Überarbeitete Basis- und KI-Inhalte sowie zusätzliche Module greifen aktuelle Herausforderungen der digitalen Lebenswelt auf. Bei „IT2School weitergedacht“ konnten die Gäste diese Neuerungen kennenlernen, ausprobieren und diskutieren.

Was machen Algorithmen, Social Media und KI mit uns?

Einen Impuls für den Tag setzte der digitale Bildungsakteur Daniel Jung mit seiner Keynote. Sein Ausgangspunkt: künstliche Intelligenz, Smartphones, Social Media und algorithmisch zusammengestellte Inhalte gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Doch verstehen sie auch, was dahintersteckt?

Jung nahm die Gäste mit auf eine Reise von der Funktionsweise heutiger Social-Media-Plattformen bis zur rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz. Dabei stellte er die Frage in den Raum: „2029 wird das größte neuronale Netz die Größe eines menschlichen Gehirns erreichen. Und was ist dann?“

In seiner Präsentation thematisierte er unter anderem den Wandel von chronologisch aufgebauten Social-Media-Angeboten hin zu algorithmisch optimierten Feeds und die Mechanismen, mit denen Plattformen Aufmerksamkeit und Verweildauer erhöhen. Auch Bildschirmzeiten, digitale Unterbrechungen sowie mögliche Auswirkungen intensiver Smartphone-Nutzung auf Konzentration und körperliches Wohlbefinden waren Thema.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie künstliche Intelligenz das Lernen verändert. Jung stellte einer reinen „Copy-Paste-Mentalität“ das sokratische Prompting gegenüber: Die KI übernimmt nicht einfach die Lösung, sondern unterstützt Lernende durch gezielte Rückfragen dabei, selbst zu denken und Lösungswege zu entwickeln.

Neues Social-Media-Modul mit Schüler*innen auf der Bühne

Wie sich diese Themen konkret in den Unterricht bringen lassen, zeigte anschließend Nils Prior von der Universität Oldenburg, Mitentwickler der Überarbeitung von IT2School und Doktorand im Bereich Didaktik der Informatik bei Prof. Dr. Ira Diethelm.

Gemeinsam mit Schüler*innen stellte er das neue IT2School-Modul zu Social Media direkt in der Anwendung vor. Die Schülerinnen arbeiteten auf der Bühne mit den neuen Materialien und zeigten, wie sich Algorithmen und Mechanismen sozialer Netzwerke anschaulich, interaktiv und nah an ihrer Lebenswelt behandeln lassen.

Damit brachten sie zugleich die Perspektive derjenigen auf die Bühne, um die es bei IT2School geht: Kinder und Jugendliche, die sich täglich in einer zunehmend digitalen Welt bewegen.

Ausprobieren statt nur darüber sprechen

Anschließend waren die Gäste selbst gefragt. In zwei Workshop-Runden konnten sie die weiterentwickelten IT2School-Materialien praktisch ausprobieren, entdecken und diskutieren.

Genau dieser Ansatz prägt IT2School seit zehn Jahren: Auch komplexe informatische Zusammenhänge werden durch interaktive und analoge Zugänge greifbar. Rollen- und Brettspiele, Übungen und blockbasierte Programmiersprachen ermöglichen einen spielerischen Kompetenzerwerb.

Für die Umsetzung im Unterricht stehen ausgearbeitete Stundenverlaufspläne, Handbücher und Materialien zur Verfügung. Lehrkräfte benötigen kein Informatikstudium; eine eintägige Fortbildung bereitet sie auf den Einsatz des Projekts vor.

Was brauchen Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt?

Zum Abschluss brachte ein Panel unterschiedliche Perspektiven auf digitale Bildung zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Was brauchen Kinder und Jugendliche, um sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt bewegen zu können?

Darüber diskutierten Ulrich Keil von der ING, Prof. Dr. Ira Diethelm von der Universität Oldenburg, Michael Vollmann von Amazon, Jessica Scherpf, Lehrkraft am Goethe-Gymnasium Frankfurt, sowie Dr. Markus Riefling, Leiter Bildung der Wissensfabrik. Moderiert wurde die Diskussion von Jasmin Zibis.

Schule, Wissenschaft und Wirtschaft brachten dabei ihre jeweiligen Erfahrungen ein und diskutierten gemeinsam mit dem Publikum, welche Kompetenzen junge Menschen angesichts von Social Media, Algorithmen und künstlicher Intelligenz künftig benötigen.

Bildungspartnerschaften machen MINT-Bildung möglich

Mit der ING war ein Mitgliedsunternehmen der Wissensfabrik Gastgeberin des Jubiläums. Lars Stoy unterstrich zum Auftakt die Bedeutung des Engagements für IT-Bildung und der Zusammenarbeit mit der Wissensfabrik. Solche langfristigen Bildungspartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen sind ein wichtiger Bestandteil des Wissensfabrik-Modells. Sie verbinden schulisches Lernen mit Praxis und ermöglichen Unternehmen, sich konkret für MINT-Bildung und die Fachkräfte von morgen zu engagieren.

Zehn Jahre IT2School – und noch jede Menge vor

Zum Abschluss des offiziellen Programms gab es ein besonderes Zeichen der Wertschätzung: Jessica Scherpf und ihre Schule erhielten eine Auszeichnung der Wissensfabrik. Gemeinsam mit ihren Schüler*innen hatte sie an diesem Tag unmittelbar gezeigt, für wen IT2School entwickelt wird.

Beim anschließenden Abendessen und Networking konnten die Teilnehmer*innen Gespräche vertiefen, Kontakte knüpfen und Ideen für neue und bestehende Bildungspartnerschaften austauschen.

Zehn Jahre IT2School zeigen, was entstehen kann, wenn Wissenschaft, Schule und Wirtschaft ihre Kompetenzen zusammenbringen. Mit neuen Modulen, weiterentwickelten Materialien und einer starken Community geht das Projekt nun den nächsten Schritt – für eine zeitgemäße IT- und KI-Bildung, die junge Menschen auf die digitale Welt vorbereitet und sie befähigt, diese selbstbestimmt mitzugestalten.

Erfahren Sie hier mehr über das Projekt IT2School

Hier geht’s zum LinkedIn-Beitrag

Das neue Social Media Modul aus dem Projekt IT2School wird auf der Bühne von der Uni Oldenburg und Schüler*innen vorgestellt Workshop zwischen Lehrkräften und Unternehmen zu digitaler Bildung an Schulen Neues Unterrichtsmaterial zu Social MediaPaneltalk bei IT2School weitergedacht bei der ING in FrankfurtDaniel Jung mit seiner Keynote beim Wissensfabrik Event IT2School weitergedachtLars Stoy und Stephan Bross bei IT2School weitergedacht der Wissensfabrik